Reisemitbringsel…

Am  2.Juli war es soweit, wir konnten endlich unser Reisebaby in Empfang nehmen…
der kleine Janosch ist da!
Gut genährt und kerngesund ist er genau, am in Spanien von der Frauenärztin errechneten Termin zu uns gekommen!
Seit Montenegro war er mit von der Partie…seit Spanien konnte es jeder sehen…einige albanische und marokkanische Offroadpisten hat er schon zurück gelegt, weitere werden folgen…aber zuerst ruhen wir uns noch ein bisschen aus, um Ende August auf das Erzberg Treffen bei Graz zu fahren…Janosch´s erster Ausflug mit der Feuerwehr!
Wir freuen uns den ein oder anderen Mitreisenden dort wieder zu treffen…vor allem natürlich Ronni!

Ganz liebe Grüße an alle, die hier immer mal wieder auf unserer Seite vorbei schauen…

Marokko…Part 3

Wir verlassen Zagora und machen uns auf die Piste Richtung Merzouga, die uns ca.200km entlang der algerischen Grenze wieder einmal durch eine traumhafte Landschaft führt. Die Piste ist die meiste Zeit gut zu fahren und wir kommen zügig voran…

Nur ein Dünenfeld, das wir durchqueren müssen hält uns kurze Zeit auf.

In Merzouga, beim größten Dünengebiet Marokko´s, dem Erg Chebbi angekommen gehen wir erst einmal noch ein wenig einkaufen bevor wir uns in einem wirklich schön gemachten Camping einmieten…
Der Platz liegt direkt an den Dünen, mit schönem Garten und großem Pool dazu noch saubere Toiletten und Duschen und das alles für 5€ die Nacht. Man kann direkt vom Platz in die großen Dünen laufen und Zuko dreht vor lauter Sand total durch…fetzt die Dünen hoch und runter und wir nutzen das Morgenlicht für ein paar Bilder…

Irgendwie haben wir beide einen Punkt erreicht, der uns so langsam Richtung Heimat zieht…also machen wir noch eine Erg Umrundung auf Sandpisten (man muss den billigen Diesel ja auch irgendwie wieder los bringen;) und uns dann auf den Weg nach Tanger Med zur Fähre nach Spanien. Wir fahren über den Atlas, durch verschneite Berge und sehen sogar Berberaffen.

Wir beenden unsere Marokkoreise, wo sie begonnen hat…im beschaulichen, blauen Kifferdörfchen Chefchaouen…diesmal nehmen wir uns einen Tag Zeit um durch die Gassen zu schlendern und noch die ein oder anderen gewebten Souvenirs zu kaufen.
In den Gassen findet man immer wieder kleine Hinterzimmer, in denen Männer an Webstühlen sitzen und die wunderbaren Stoffe für die in Marokko traditionellen
Djellabah´s weben. Diese Mäntel/Kutten/Jacken/… mit Spitzkapuze findet man im ganzen Land als beliebtes Kleidungsstück für Männer…mit Djellabah bist du hier immer passend gekleidet!

Marokko sollte der Höhepunkt unserer Reise werden und das war es auch…groß, abwechslungsreich, spannend, bunt, bestechend schön…1,5 Monate haben bei weitem nicht gereicht, dieses Land, das so völlig anders als die uns bekannte europäische Welt ist ganz zu bereisen…gerne würden wir, zu einer anderen Jahreszeit die Bergregionen: Rif und vor allem Atlas und Anti-Atlas nochmal genauer erkunden! So phantastisch Atlantikküste und Wüste, mit ihren ganz eigenen Reizen sind, so außergewöhnlich, vor allem grün und lebendig sind die Gebiete um die Gebirge, eine andere Welt!

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Deshalb wird uns Marokko zu gegebener Zeit wiedersehen…Inschallah;)

Marokko…Part 2

So nun ist es an der Zeit, dass ich auch mal wieder einen Bericht schreibe!
Mit mich, meine ich mich, Tobi!

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Marokko ist ein wirklich spannendes Land und es gibt unfassbar viel zu sehen, wunderschöne Landschaften, interessante Kultur und Menschen und natürlich tolle Pisten, die „unseren Dicken“ ganz schön durchrütteln und an die Grenzen seiner Leistung bringen.

Unser erster längerer Pistenabschnitt führt uns vom Aglou Plage nach Guelmin,

 

vorbei am Fort Bou Jerif, wo wir eine Nacht unter Palmen, an einer Oase in der Steinwüste stehen. Ein wirklich schöner Platz! Ein zu dieser Zeit kleiner Fluss schlängelt sich durch die Steinwüste, in dem Wasserschildkröten ihr zuhause haben und im Schatten der Palmen schlagen wir unser Lager auf.

 

Leider hat sich Nadine den Magen verdorben und wir gehen am nächsten Tag in den ca. 1km entfernten Campingplatz um den beleidigten Magen aus zu kurieren…dann noch eine Nacht unter den Palmen und Nadine ist wieder fit für die Weiterfahrt. Wir rumpeln weiter nach Guelmin, kaufen ein wenig ein und besuchen das Thermalbad (ca.37°C) in der Nähe, das Ronni von seinem Besuch vor ca. 10 Jahren sehr schön in Erinnerung hatte…voller Vorfreude stürzen wir uns in die urinwarmen Fluten und sind überrascht, wie ranzig das Bad doch ist! Ein brauner Rand umgibt das Becken und ein fieser Geruch steigt uns in die Nase, was uns aber nicht daran hindert, ein wenig mit den badenden Kindern, die gerade Ferien haben zu planschen. Trotzdem bin ich sehr froh mir nach diesem Badevergnügen die Plörre wieder abduschen zu können und habe “Gott sie Dank“ keine weiteren Erkrankungen davon getragen!
Weiter geht es entlang des Plage Blanche von Guelmin nach Tan Tan, eine tolle Piste entlang des Atlantik, man ist hier fern ab der Zivilisation. 3 Tage führt uns diese Piste entlang des Atlantik an Steilküsten und Kiesstränden entlang, vorbei an kleinen Fischerhütten.

 

Es gibt einen Pistenabschnitt, der unterhalb der Steilküste direkt am Strand entlang führt…was natürlich sehr verlockend klingt! Dieser ist aber abhängig von den Gezeiten und daher nicht ganz ohne. Wenn einen die Flut erwischt, hat man einen Wagen weniger…
Aus diesem Grund haben uns die Meisten, die wir getroffen haben von dieser Passage abgeraten! Aber wie der Teufel so will, treffen wir kurz vor dem Einstieg in diesen 30km langen Abschnitt 2 Deutsche, die diesen Weg genommen haben und uns berichten: “Absolut kein Problem!…um 14Uhr starten und dann ganz nah am Wasser entlang, dann ist es ein Kinderspiel!“. Also schmeißen wir kurzerhand unsere Pläne, dort nicht zu fahren über den Haufen und beschließen unser Nachtlager hinter den Dünen, am Einstieg der Piste aufzuschlagen, um am nächsten Mittag zur Ebbe diese Passage zu nehmen.

Fataler Fehler!

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Hinter diesen Dünen sieht der Sand schon verdächtig braun aus und beim erstmaligen Befahren macht sich ein schwammiges Gefühl bemerkbar, also Luft aus den Reifen und ein schönes Plätzchen für das Nachtlager suchen. Immer weiter hinein in die Dünen, bis uns klar wird, das sich unter dem Sand eine heimtückische Matschschicht immer wieder zur Flut schön mit Wasser aufsaugt!

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Und zu allem Übel herrscht noch eine unvorstellbare Mückenplage! Also beschließen wir umzudrehen und schon stecken wir bis zur Achse in diesem Batz! Die Bergungsaktion bringt mich an die Grenze meiner Nerven! Sau schwerer Matsch, der nicht von der Schaufel will, dazu die Ungewissheit, wie weit die Flut hier tatsächlich ansteigt und die Mücken! Ich bin unglaublich froh, dass Ronni nicht´s aus der Ruhe bringt und er noch eine angefangene Flasche Pastis hat! Danke, an dieser Stelle für deine Bergungshilfe und deine Ruhe und den Schnaps!

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Da es schon ca. 18Uhr war und wir unser Auto nicht aus diesem Dreck herausbrachten, waren wir gezwungen die Nacht dort zu verbringen. Das Auto haben wir mit zwei Wagenhebern noch so weit ausgerichtet, dass man einigermaßen darin schlafen kann…uns noch von ca. 10.000 Mücken stechen lassen, dann noch eine halbe Flasche Schnaps, Nadine beruhigen und schlafen.
Am nächsten Morgen geht es mit neuem Elan an´s Werk und nach 1 oder 2 Stunden, mit 2 Wagenhebern, 8 Sandblechen und dem supergeilen Hebekissen sind wir aus unserer Misere befreit und können den Ort des Verderbens verlassen…

 


Somit verwarfen wir die Idee, den Weg direkt am Meer zu nehmen (man muss sein Glück ja nicht herausfordern!). Also weiter die Piste Richtung Tan Tan die uns noch mit ein paar schönen Sandabschnitten durch kleinen Dünen belohnt.

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In Tan Tan angekommen finden wir sogar einen Laden mit Alkoholdealerei und können uns für den Spottpreis von ca. 45€ 2 Flaschen Wein und 10 Dosen Bier kaufen! Dann ab auf den Camping und duschen.
Wir fahren noch ca. 100km weiter nach Süden in die Westsahara, da dort der Diesel nur 0,40€ kostet und letschen alle unsere Tanks voll. Ca.160€ für 400l Diesel! Da macht tanken dann fast schon Spass und vor lauter Freude am billigen Tanken verteilen wir den Diesel auch gleich wieder großzügig! Ronni hat ein Loch im Zusatztank und bei mir schwappt´s aus dem Einfüllstutzen! Also noch schnell abgedichtet und mit vollen Tanks Richtung algerische Grenze, ins Hinterland!

 

Unser Weg führt uns über steinige Hubelpisten hinein in schöne Bergformationen, durch ausgetrocknete Bachbeete und karge Steinwüsten, die immer wieder ihre Farbe und Form verändert. 3 Tage sind wir unterwegs auf holprigen Pisten, durchqueren Oueds und fahren auf kleinen Strassen bis wir Akka erreichen und uns auf einem Camping niederlassen.

Dort treffen wir auf Robert und Gernot, die mit dem Motorrad gerade aus Senegal zurück kamen, gemeinsam verbringen wir den Abend, als einzige Gäste auf dem Campingplatz…was uns am nächsten Tag zu Gute kommt, da wir in aller Ruhe diverse Wartungsarbeiten an unseren Gefährten machen können, ohne jemanden zu stören.

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Beim unterm Lastwagen liegen fällt Ronni auf, dass sein Verteilergetiebe lose ist und dadurch ein Schaden am Lager und der Kardanwelle entstanden sind. Nachdem das Getriebe wieder fest sitzt und die ein und anderen Arbeiten erledigt sind, ziehen wir weiter nach Tata, ein angenehmes kleines Wüstenstädtchen wo wir uns nochmal mit Robert und Gernot treffen und den Abend mit ein paar Bierchen und lecker Essen ausklingen lassen.
Nach dem Frühstück brechen wir Richtung Erg Chegaga auf, eine breite Staubpiste bringt uns Richtung algerische Grenze. Als die Staubpiste zur Holperpiste wird, passieren wir noch einen Militärposten, der uns freundlich in Empfang nimmt, sich ein Bierchen schnorrt und uns nach den Formalitäten noch nett den richtigen Weg erklärt. Also weiter Richtung der großen Dünen von Chegaga!

 

Der Weg wird immer sandiger und wir queren zu den ersten Dünen, die seitlich erscheinen um dort zu nächtigen. Also wieder Luft aus den Reifen und rein in den Sand!
Noch eine lecker Tajin auf den Grill und den Abend im roten Licht der Dünen genießen.
Immer sandiger wird die Piste und unser ´Leistungsmonster´ kommt ordentlich ins Schwitzen, ein paar Pferde mehr würden uns hier nicht schaden!

 

 

Wir finden einen schönen Platz im Schatten eines großen Baumes, umgeben von Sand und im Licht des Feuers wird der Abend zur Nacht.

 

Nächster Stop Mhamid! Nach dem wir die Sandpassage hinter uns lassen, noch eine Reifenpanne reparieren und durch den Sandsturm nach Mhamid gefunden haben, sind wir erleichtert als wir den Camping erreichen und uns hinter den Mauern wenigstens ein Wenig vor dem herumfliegenden Sand und Staub in Sicherheit bringen können.

 

Zwei Tage dauert der Sandsturm an und es bilden sich in unserem Auto an diversen Stellen Sandhäufchen. Überall ist Sand und Staub und wir sind sehr froh als der Wind sich legt und wir das sandige Chaos beseitigen können.
Nun geht es nach Zagora, wo wir Ali´s Garage ansteuern, welche Ronni´s neues Zuhause für die nächsten 2 Wochen werden wird. Glücklicherweise kommt ein Bekannter von ihm nach Marokko, der ihm die Ersatzteile bringen kann die er braucht. Leider können wir die 2 Wochen nicht mit ihm warten, da ich meine nun doch schon etwas rundlichere Frau sicher bis Anfang April nach Hause bringen will, an dieser Stelle können wir es öffentlich verlauten! WIR WERDEN EINER MEHR! Und wollen daher in ca. einem Monat zuhause sein, um noch Zeit zu haben uns daheim einzurichten bis es soweit ist!
Schweren Herzens trennen wir uns von Ronni und werden das letzte Stück von Marokko, für diese Reise alleine vollenden. Wir hoffen Dich in Spanien wieder zu sehen, lieber Ronni!

 

Marokko…Part 1

Die Erfahrungen und Eindrücke bezüglich Marokko, die wir im Vorfeld, von allen möglichen Reisebekanntschaften erfragt haben, hätten unterschiedlicher kaum sein können…mag wohl auch daran liegen, dass die Menschen sehr verschieden waren, mit denen wir gesprochen haben! Am Besten ist es sicher sich selbst eine Meinung zu bilden, selbst seine Erfahrungen zu machen und ein Land wie Marokko einfach für einige Zeit auf sich wirken zu lassen…deshalb haben wir uns auf den Weg gemacht, zu einem neuen außereuropäischen Abenteuer, auf einen anderen Kontinent, in eine neue Kultur, in eine völlig neue Landschaft…die Wüste!

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Wir waren also gespannt und neugierig auf Marokko!

Marokko´s  Küste 

Tajine, Städte, wilder Atlantik

Wir sind jetzt seit ca. 4 Wochen unterwegs und die Eindrücke sind so schön, vielseitig und aufregend wie zu erwarten war! Manchmal sind es so viele auf einmal, dass man aus einem Tag auch 2 machen könnte!

Angefangen hat die Reise für uns im Rifgebirge…dort haben wir unseren Kumpel Ronni, den wir letzten September in Montenegro kennengelernt haben und mit dem wir durch Albanien gefahren sind wiedergetroffen. Er war schon ein paar Tage vor uns angekommen und hatte sich in Chefchaouén auf einem kleinen Campingplatz einquartiert…also war dieses nette, kleine, hellblaue Dörfchen am Rande des Rifgebirges unser erster Halt in Marokko. Schon auf den letzten Kilometern vor Chefchaouén wollte uns jeder 2te am Straßenrand unbedingt was zu kiffen verkaufen…vor 10 Jahren hätten wir uns wahrscheinlich im Paradies gewähnt…Heut zu Tage haben wir uns mit einem kleinen Abstecher in die verschlungenen, engen und hellblauen Gassen der Altstadt für ein Abendessen mit Tajin und Tee, das Nationalgericht und -getränk begnügt.

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Im Rifgebirge

Am nächsten Mittag ging´s weiter Richtung Fees…und um einen Eindruck von der Gegend zu bekommen sind wir durch´s Gebirge gefahren, leider hat uns der Regen und der Nebel um alle landschaftlichen Eindrücke gebracht…dafür wissen wir jetzt mit Sicherheit, wo man hinfahren muss um sich für seinen Marokkotrip mit Rauchware einzudecken! Wenn man einfach nur wegen der Landschaft durchfahren will, ist es eher anstrengend…weil alle möchten ihr Zeug loswerden…

Fees haben wir leider nur zum Abendessen und Frühstück gesehen, weil wir am nächsten Tag Patrizia in Casablanca in Empfang nehmen wollten und die Strecke eher etwas unterschätzt hatten…trotzdem sind wir in den Genuss unseres ersten Couscous (Freitag ist in Marokko CouscousTag) und Pastilla (Pastete mit Geflügelfleisch, Gemüse und darüber Puderzucker&Zimt) gekommen! An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass das Essen hier sehr lecker ist, mit viel Gemüse und Gewürzen zubereitet! Auch Obst ist super günstig, frisch und vor allem reif von Baum oder Strauch zu haben! Als wir vom Frühstück zurück zum Parkplatz kommen, sehen wir eine Lache unter unserem Auto und hoffen zuerst es sei nur Wasser…aber es ist Diesel…Als wir gestern über eine echt fiese, versteckte Bodenwelle bzw. einen Speedbreaker gedonnert sind, haben wir uns wohl ein kleines Loch in den (etwas rostigen) Tank geschlagen…:(
Hier wird wohl unsere erste Reperatur (in 6 Monaten) fällig…bis jetzt sind wir von allem verschont geblieben…und Tobi drückt jedem der es hören will (oder auch nicht) auf´s Aug, dass das an der hervorragenden Qualität unseres deutschen Markenfabrikats Magirus Deutz liegt…;)
Natürlich geht dann was kaputt, wenn man einmal im halben Jahr einen Termin hat…21.30Uhr Casablanca Flughafen…Schwesterherz abholen! Zum Glück ist das Loch nicht so groß, dass der Tank unbrauchbar wäre und Tobi wäre nicht `MopedTobias`, wenn ihm nicht´s für diese Missere einfallen würde! Da der Haupttank geschwächt ist, wird der Zusatztank befüllt, von dem dann immer wieder während der Fahrt in den Haupttank umgepumpt werden kann! So kommen wir gut durch bis Mohammedia in der Nähe von Casablanca!
Repariert werden muss der Tank trotzdem und weil am nächsten Tag Sonntag ist und in Marokko am Sonntag ebenfalls geruht wird, stehen wir 2 Tage auf einem netten kleinen Campingplatz in `Fatimas Hand`…kommen mal gemütlich im warmen Marokko an und können ein Wiedersehen mit Patrizia und Ronni zelebrieren!

Im Vorfeld hört man viele wilde Geschichten über kleine Trickbetrüger in Marokko…manche Begebenheiten sind lustig, manche kurios, aber eigentlich alle kreativ. Bei uns sollte es (das 1ste Mal!) in Marrakesh soweit sein…als wir zu Beginn der Reise über die Grenze sind, war alles so neu und spannend, man ist aufgeregt und auch ein bisschen auf der Hut, nach all den Stories…doch dann stellt man recht schnell fest, nicht jeder versucht dir den Geldbeutel oder den Pass zu klauen…ganz im Gegenteil, als Tourist bekommt man ganz schnell das Gefühl einen Sonderstatus zu haben. Man legt also seine Vorsicht etwas ab, akklimatisiert sich und beginnt immer mehr einzutauchen ins Land und Vertrauen zu fassen. Schon am Vorabend haben wir einen kleinen Vorgeschmack auf die Verkaufsqualitäten und Motivation bekommen, die die Männer bei den Essensständen auf dem Djamâa el-Fna an den Tag legen. Von gemütlichem Durchschlendern keine Spur, jeder will dass du bei ihm sitzen bleibst und das beste Essen des Platzes bei ihm einnimmst! Im Großen und Ganzen gibt es zwar überall das Gleiche, vor allem Tajin (das Nationalgericht, wird in einem Tongefäß auf Kohlen zubereitet, mit den typischen Gewürzen wie Cumin, Zimt und anderen für unseren Gaumen exotischen Geschmäcken), Pastilla, Oliven, Salade Marocaine mit Tomaten und Zwiebeln, gebratenes Gemüse und natürlich auch allerlei Fleisch! Wir entscheiden uns nach Möglichkeit immer für den unaufdringlichsten Gastgeber…nicht so leicht! Als wir endlich sitzen und gewählt haben, passiert Ronni beim Bestellen ein kleiner Verständigungsfehler und statt unser Tajin mit allem möglichen Gemüse zu bestellen, bekommen wir alle möglichen zusätzlichen Tellerchen…wir nehmen´s gelassen und haben uns somit durch die Angebotspalette probiert und sind danach mehr als gesättigt! Zum Glück ist unser Stellplatz ganz in der Nähe des großen Platzes und wir fallen bald ins Bett.

Am nächsten Tag schlendern wir durch die Altstadt von Marakkesh und genießen die engen Gassen und versuchen die verschiedenen Souks (HandwerkerViertel) zu finden…die Medina ist ein verwobenes Gassengewirr und wir glauben nur allzu gern, das man sich hier verlaufen und verloren fühlen kann, vor allem nachts! Am Vorbeigehen wird man eigentlich an jedem Geschäft angequatscht, es gibt viele schöne Sachen zu bestaunen…in der ersten halben Stunde kaufen wir ein bisschen ein, aber schon nach einer Stunde ist klar, man kann (leider!) nicht stehen bleiben und in Ruhe schauen, geschweige denn irgendetwas anfassen…schon bist du in den Fängen der Verkäufer und wirst bearbeitet…sich wortlos abzuwenden ist nicht immer leicht! Leider hat den Verkäufern in Marakkesh noch niemand hinreichend verklickern können, dass die Europäer lieber und mehr kaufen, wenn man sie dabei ein bisschen in Ruhe lässt! Wir schlendern weiter und versuchen die Metallarbeiter und die Schmuckhersteller zu finden, als uns jemand fragt ob wir auf dem Weg zu den Gerbern wären? -Nein, aber warum eigentlich nicht…? -„Dann seid ihr in die richtige Richtung unterwegs…nein, ich bin kein Touristenführer! Willkommen in Marakkesh! Au revoir!“…
Wir gehen weiter in die angegebene Richtung! Patrizia sagt noch: Ach wie schön, das ist, dass einem nicht jeder was aufdrängen will!…An einer Schlüsselstelle, der nächste spontane Helfer…und zufällig kommt noch sein Kumpel mit dem Moped vorbei, das er (komischer Weise!) schiebt, obwohl es in der Medina nur so wimmelt von 2Rädern!
„Folgt ruhig meinem Kumpel, der geht grad zufällig in die richtige Richtung…in eure Richtung, ihr wollt doch zu den Gerbern, oder?“
Und schon haben sie uns…und wir haben es kaum bemerkt…Dann kann man auch den aufwendigen Prozess des Tierhäuteverarbeitens riechen. An einem der Tore zu den Hinterhöfen werden wir bereits von einem gut gekleideten Mann in Empfang genommen und bekommen gleich mal jeder einen Zweig Minze in die Hand 
gedrückt  gegen den stechenden Geruch. Er führt uns in einige Hinterhöfe, wo lauter Becken mit Lauge, Felle und zum Teil Männern, die in der Brühe die Häute bearbeiten zu sehen sind.

In einer anderen Ecke des Hinterhofs wird mit Schabern das Fell endgültig von der Haut abgeschabt! Körperliche Schwerstarbeit unter gesundheitlich schwer bedenklichen Bedingungen! Und trotzdem kosten die fertigen Produkte (Schuhe, Taschen, Jacken,…) verhältnismäßig wenig! Aber unsere Tour ist noch nicht beendet und es geht weiter vorbei an Werkstätten in denen Schuhe zusammen genäht werden und bis auf den Färbeprozess haben wir sämtliche Arbeitsschritte kurz zu Gesicht bekommen! Und der Rundgang endet natürlich…in einem Geschäft für Lederwaren! Mal schauen ob wir hier wieder rauskommen ohne was zu kaufen…irgendwie schaffen wir es uns freundlich mit leeren Händen zu verabschieden…aber draußen wartet noch unser Führer und der ist noch nicht fertig mit uns…er will 300Dirham (umgerechnet ca. 30€ – viel Geld in Marokko!) Wir diskutieren eine ganze Weile und wimmeln ihn mit 120DR ab (immer noch viel Geld in Marokko!) Naja, haben wir das auch mal mitgemacht! Interessant war´s ja auch, aber nicht ganz fair…erst tut jeder so als gäb´s was umsonst und dann wird man Länge mal Breite zur Kasse gebeten! Eine gut organisierte Kette von Leuten, die einem langsam das Geld aus der Tasche ziehen!

Am nächsten Tag geht´s weiter Richtung Essaouira, ein Stück weiter an der Küste bei Sidi Kaouki finden wir ein einsames Plätzchen unter Eukalyptusbäumen und zwischen kleinen Dünen, wo wir für 2 Nächte stehen. Seele baummeln lassen, lesen, Schildkröten und Skorpione entdecken, Lagerfeuer machen,…

Essaouira ist ein kleineres Städtchen an der Küste, wo wir unsere ersten Kamele bzw. Dromedare (Touristen Attraktionen) zu sehen bekommen! Dieses Städtchen ist weniger aufdringlich und entspannter als Marrakesh. Den Abend verbringen wir in einer französisch geführten Strandbar, wo auch Bier ausgeschenkt wird…im Garten gibt´s ein Lagerfeuer und Livemusik und da wir eigentlich die einzigen Gäste sind, bekommen wir ein Privatkonzert!

Weiter an der Küste Richtung Agadir finden wir Cap Tafedni einen genialen Platz überhalb eines wunderschönen Strands…leider kann man nicht bis an den Strand fahren, aber am Atlantik sollte man sich das eh immer 2x überlegen! Das Mittelmeer ist gegen den Atlantik die reinste Badewanne…der Atlantik ist rau und unberechenbar, die Wellen sind oft 3-4 Meter hoch! Den ein- und auslaufenden Wellen zuzuschauen ist ein meditativer Prozess, den man den ganzen Tag verfolgen könnte…und dafür haben wir den perfekten Platz auf einer Klippe gefunden.

Nach einer Nacht hier wagen wir uns das erste Mal ein bisschen ins Gelände…leider sind wir nicht sicher wo genau uns dieser Trail hinführen will und vor allem bis wann zurück auf eine Straße! Da wir am nächsten Tag Patrizia schon wieder in Agadir auf den Flughafen bringen müssen, gehen wir kein zeitliches Risiko ein und drehen um. Auf Teerstraßen fahren wir weiter Richtung Agadir, ein wenig ins Hinterland auf einen OverlanderCampingPlatz. Hier gibt es einen Pool und Wäscheservice, also die eher luxuriöse Variante für Afrika…

 

 

 

Italien

Der Italienbericht wird recht kurz ausfallen, zum Einen weil wir nur 6 Tage dort waren, zum Anderen weil wir uns in den wenigen Tagen wie in einem Trancezustand befunden haben…Griechenland war uns noch so tief in den Gliedern und Organen gesteckt, dass wir noch gar nicht in der Lage waren uns auf Italien voll und ganz einzulassen.

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Dennoch haben wir ein paar schöne Tage in Rom verbracht, einer wunderbaren und mächtig geschichtsträchtigen Stadt. Für die man mindestens 2 Wochen braucht, um sie zu erkunden. (Das werde ich wohl mal mit einer Freundin nachholen, die kunstgeschichtlich mehr interessiert ist wie Tobi & Dr. Zuko…;) Außerdem würde ich alle Tickets vorreservieren um die eeewigen Schlangen zu umgehen, die an allen Sehenswürdigkeiten stehen und um Einlass suchen! Diese Stadt kann sich vor Touristen nicht retten und das wohl zu jeder Zeit im Jahr! Kein Wunder…DSC_5412   DSC_5420

Die Stadt ist am ehesten als monumental zu bezeichnen. Die Bauwerke sind gigantisch und sehr gut erhalten (man sieht auch, dass an allen Ecken und Enden daran gearbeitet wird), um Rom in noch größerem Glanz erstrahlen zu lassen.

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Wir waren mit unseren Bikes & Hund im mörderischen Verkehrschaos dieser Stadt unterwegs…und wenn man es schafft, Teil dieser wogenden, hupenden, überholenden Blechmasse zu werden, merkt man, dass der Verkehrsfluss sehr viel kontrollierter und seine Teilnehmer sehr viel aufmerksamer sind, als im ersten Moment von außen betrachtet erscheint. Das vermeintliche Chaos scheint ebenso gut zu funktionieren wie unser heimischer Großstadtverkehr…als Deutscher muss man sich abgewöhnen, dass man sich angepisst fühlt, wenn ein anderer Fahrer hupt! Hier wird die Hupe einfach noch als Instrument verwendet die anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen…also im Sinne des Erfinders…

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…Oliven, Traumstrände, Berge, Schluchten, Oliven…

In Griechenland gibt es unheimlich viele Olivenbäume, Tausende, Millionen,…natürlich gibt es auch in Italien und Spanien Oliven, aber Griechenland in definitiv DAS Land der Oliven. Klar verbinden die meisten Griechenland mit Oliven, aber nachdem wir jetzt über einen Monat durch dieses wunderbare Land gefahren sind, weiß ich es ganz sicher: Griechenland und Oliven gehören zusammen!
Aber nun zu den Traumstränden…wer schon mal in Griechenland war, weiß es sicher aus eigener Erfahrung und wer noch nie dort war sollte unbedingt mal nach Griechenland reisen…hier gibt es wunderbare, einsame Oasen mit türkisblauem Meer, hellem, feinem Sand und das aller Beste, kein Grieche stört sich daran, wenn Du Deinen Wagen an diesen Stränden für ein paar Tage parkst und einfach nur genießt! Selbst Ende Oktober waren wir noch im Meer baden und außer mit ein paar Spaziergängern und dem einen oder anderen nackt badenden Griechen mussten wir den Strand mit niemandem teilen…natürlich befinden wir uns in der Nachsaison, aber wenn man im Oktober noch 25°C haben kann, sollte man unbedingt lieber später als früher nach Griechenland fahren…denn auch die kulturellen Schätze lassen sich leichter bei 25°C als bei 40°C  Sommerhitze genießen!

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Im Süd-westen der Peloponnes haben wir die Ochsenbauch-Bucht mehrere Tage auserwählt um zu grillen, zu wandern, zu lesen und zu schwimmen…eine wunderschön gelegene Bucht, mehr in Form eines Atompilzes, als eines Ochsenbauches, am Fuss einer Hügellandschaft mit darüber thronender Höhle, von der Größe einer Kirche und einer alten Burgruine…Bilder sagen mehr als Worte…

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Wir fahren weiter Richtung Norden auf der Westseite der Peloponnes…der Plan war eigentlich mit der Fähre nach Zakynthos überzusetzen, doch der Streik der Fährgesellschaft machte uns einen Strich durch die Rechnung…
Dann kaufen wir wenigstens noch Fisch am Hafen…doch der Fischer wollte uns den Fisch nicht verkaufen…sondern lieber schenken! Wir haben durch die Bank Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft erfahren in Griechenland…hier unterwegs zu sein ist so entspannt!
Und wieder einmal werden wir reich beschenkt…bei unserer Anfahrt durch eine Art  Seenlandschaft zur Bucht könnte man grad glauben wir sind irgendwo in Afrika gelandet…

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Wir parken unseren Wagen an das Ende der Bucht und beim Aussteigen steigt uns sofort der durchdringende, mittlerweile unverkennbare Geruch von Verwesung in die Nase…(Was bei uns in Deutschland die Straßenmeisterei leistet, wird in anderen Ländern durch die Natur selbst erledigt und seit wir durch Montenegro und Albanien gefahren sind, sind wir fast ein bisschen daran gewöhnt, von Zeit zu Zeit den Geruch von totem Tier, das am Straßenrand vergeht in die Nase zu bekommen…)
Wir schauen uns um und finden ziemlich schnell, die Quelle…können nicht auf Anhieb sagen was das relativ große Tier einmal war…doch dann wird uns klar, dass das eine Meeresschildkröte mit ca. 60cm Panzer gewesen sein muss! Die Gute liegt da schon etwas länger, aber nicht lang genug, dass man unberührt direkt neben ihr stehen könnte…

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Fasziniert und gleichzeitig etwas angewiedert betrachten wir sie eine Weile, halten Zuko von ihr fern und parken schließlich den Wagen einige Meter davon entfernt…
Auch hier lassen wir die Seele für einige Tage baumeln…
Über die futuristische Brücke bei Patras zurück auf´s Festland…einen
3-Tagesabstecher auf die Insel Lefkada…

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Auch wenn wir kaum genug kriegen können von Griechenland haben wir beschlossen unserem einmonatigen Besuch einen krönenden Abschluss zu verpassen und unseren Aufenthalt im Nationalpark Vikos Aoos oberhalb von Ioannina ausklingen zu lassen. Der Park zieht sich im Norden fast bis nach Albanien.

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Außerdem befindet sich hier die größte Schlucht, was Tiefen- zu Breitenverhältnis angeht…ca. 900m tief und über 1000m breit! Sie ist auch im Guinnessbuch der Rekorde zu finden! Wir hatten vor unserer Reise noch nie etwas von dieser Schlucht gehört! Atemberaubend und schwindelerregend…eingebettet in eine fantastische Wald- und Berglandschaft, die ihresgleichen sucht…die herbstliche Stimmung dort war ein Traum in rot, gelb, orange und grün…eindeutig der Schoss von MutterNatur;)…aber seht selbst…

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Nachdem wir die verschiedenen Gesichter dieses schönen Nationalparks für einige Tage genossen haben, führt unser Weg uns nach Iguminitsa um unsere Fähre zu buchen. In der Nacht geht´s los…wir setzten über nach Italien…

Griechenland…Oliven, Pick-Up´s…Oliven

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Wir sind in Griechenland, eigentlich schon seit über 3 Wochen…eine gute Woche unserer Zeit haben wir bei Thessaloniki verbracht. Bei Zampetas, einem Wohnwagenverkauf, -werkstatt, Campershop… einer sehr hilfsbereiten Familie, die uns einige Tage mit Stellplatz inkl. allen Annehmlichkeiten (Klo, Wasser, Dusche, Internet, Waschmaschine), Werkstatt, Besorgungen, landesspezifischen Tipps und
Info´s zu Sehenswürdigkeiten beherbergt hat. Wohlgemerkt, ist der Stellplatz mit seinen Annehmlichkeit umsonst! Durch die Wirtschaftskrise in Griechenland hat der Familienbetrieb freien Platz auf seinem Gelände, dass nicht mehr wie zuvor ganz mit Wohnwagen belegt ist, und beschlossen den ungenutzten Raum für einen kostenlosen Stellplatz zur Verfügung zu stellen…und weil die Zampetas wissen, was der Reisende benötigt, stellen sie all diese Annehmlichkeiten kostenlos zur Verfügung! Außerdem waren sie uns behilflich, einige Ersatzteile zu besorgen, die wir für die Reparaturen benötigt haben, die wir in der Zeit dort erledigt haben. Auch haben wir einige Reisende kennengelernt, unter anderem Martina & Sven und Detlef, die unsere Zeit dort bereichert haben.
Vielen Dank, Familie Zampetas für eure Gastfreundlichkeit!

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Zwischenzeitlich haben wir einen Abstecher nach Chalkidike im Osten Griechenlands gemacht und uns den mittleren der 3 Finger, Sithoniá dieser Gegend angeschaut. Zum Großteil entlang der Küste konnten wir einige herrliche Plätzchen finden…ganz am äußersten Zipfel haben wir einen Strand von ca. 50m Breite entdeckt, an dem wir einen Tag und eine Nacht mit grillen und chillen verbracht haben und außer ein paar Fischerbooten niemanden zu Gesicht bekommen haben…

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Der Weg auf diesen Ausläufer war etwas abenteuerlich, aber eigentlich noch mehr der Rückweg hinauf…bei ca. 30 Prozent Steigung und ziemlich ausgespülten Straßen ist Tobi beim Steuern durch´s Gelände mal wieder ins Schwitzen gekommen…aber er braucht den Adrenalinschub nach Albanien glaube ich;) wäre das Wetter nicht so schlecht voraus gesagt gewesen, hätten wir dort sicher länger verbracht…aber wir wollten den steilen und ausgefahrenen bzw. -gespülten Weg nicht nach einem Regen fahren.

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Weiter Richtung Sarti an der Ostküste von Sithoniá haben wir auf den Tipp von Martina & Sven hin ziemlich schnell das mit Straßen und Wegen übersäte Gebiet gefunden, dass eigentlich Erholungsort für Polizisten und andere Staatsdiener hätte werden sollen…Das einige ha große Areal gleicht einem Labyrinth aus Straßen, Wegen und Treppen in schönster Landschaft mit vielen bizarren Felsskulpturen und Erikasträuchern…heute genutzt von Schaf- und Ziegenherden, einigen Hunden, von uns und anderen Menschen, die nach einsamen und schönen Stellplätzen Ausschau halten. Einige der schmalen Wege, die aus Betonplatten gelegt sind, sind teilweise vom Regen unterspült und mit einem schweren Gefährt wie unserem sollte man vorher abchecken wo man drüber fahren kann…die großen Straßen sind bis auf die fehlenden Kanaldeckel seitlich am Straßenrand gut in Schuss. Was man aus so einem lässigen, großen Areal direkt am Meer alles cooles machen könnte…Festivals, Boulder-Areal, Stellplatz,…

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Es gab wohl Probleme mit der Frischwasserversorgung, ein Grund warum nicht weiter gebaut wurde…oder die Krise…oder tragen Projekte wie diese zu Krisen bei!? Nicht das wir in Deutschland nicht auch ähnliche Bauprojekte hätten, die am Schluss das Doppelte oder mehr kosten…Wir fanden es dort sehr schön und haben 2h mit bouldern an den bizarr-organisch geformten Felsen verbracht…super griffiger Granit…wir konnten uns sportlich über die Felsformationen bewegen und Dr. Zuko hatten den etwas anderen Ausgang…zum Glück überlegt er in solchen Situation nicht viel und ist super geländegängig! Springt von Fels zu Fels als hätte er nie was anderes gemacht!

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Am nächsten Tag ging´d weiter an der Ostküste von Sithoniá gen Norden auf der Suche nach noch mehr schönen Plätzen…leider war´s vorbei mit perfekten meernahen und einsamen Plätzen…nach einem kleinen Abstecher in die Berge wurden wir vom Nebel verschluckt und beschlossen doch weiter an der Küste zu suchen…ein Tag mit vielen Versuchen und wenig Glück…nach dem 5ten Anlauf beschlossen wir doch Richtung der nächsten kleineren Stadt zu fahren und unser Glück dort zu versuchen! Vielleicht wenigstens mit einem Besuch im Restaurant, unserem ersten griechischen Essen…leider auch das Fehlanzeige…die Saison ist vorbei und die ansonsten touristischen Orte sind ziemlich leer. Man trifft zwar noch vereinzelt Reisende, aber die Restaurants sind geschlossen. Dennoch fanden wir ein Plätzchen für uns am Meer, dass „Campen Verboten“ kann man hier in der Nachsaison getrost übergehen, hat uns ein Grieche gesagt!
Für die nächsten Tage war Regen und Kälte angesagt…auch hier ist es mittlerweile herbstig…anders als bei uns, aber nachts kann es auch schon mal ziemlich kalt werden!
Wir sind zurück nach Thessaloniki, zum Campingausstatter und Stellplatz unseres Vertrauens. Dort haben wir uns einen neuen Seitenspiegel besorgen lassen und das Internet für unsere weitere Reiseplanung genutzt. Wir haben unsere Reiseroute mal wieder ein bisschen umgemodelt und einen Flug für Leila für die Weihnachtsferien gebucht! Wir freuen uns schon sehr auf Dich!
Bei Zampetas haben wir Detlef kennen gelernt, er ist mit seinem Wohnwagen unterwegs auf einer Verständigungs- und Kulturreise entlang der Römischen Straßen. Er ist auf der Suche nach interessanten Menschen, Geschichten, Projekten und Plätzen…schreibt auf seiner Webseite http://www.alaturka.info über seine Begegnungen und Erfahrungen über alle möglichen Themen, die sich um´s reisen drehen. Immer auf der Suche nach schönen Plätzen und interessanten Menschen und neuen Begebenheiten die von Interesse für Individualreisende sein können. Uns hat er auch interviewt…

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Wir haben ihn auf einen seiner Abstecher ins Weinanbaugebiet von Rapsani begleitet und dort einen einmaligen Einblick in eine Welt einiger griechischer Bauern/Winzer bekommen. Aber vor allem haben wir das wohl beste und authentischste griechische Essen, mit Wein- und Grappaverkostung unserer Reise bekommen. Anlass des Besuchs war aber die Besprechung, wie man den Standort Rapsani und den Absatz des Weines und der anderen biodynamischen Produkte vorantreiben kann.

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An der Durchgangsstraße unterhalb von Rapsani entsteht gerade ein Stellplatz an einer Tankstelle mit an gebundenem Restaurant…die Idee ist, die Reisenden für mehr als eine Nacht dort zu halten und Weinverkostungen und Wanderungen anzubieten! Der Stellplatz war gerade dabei den Strom zu verlegen, Dusche und Klo sind bereits vorhanden. Wir waren so gesehen die ersten Übernachtungsgäste dort und wurden dementsprechend euphorisch behandelt! Am nächsten Tag haben wir das bergige Gebiet von Rapsani noch per pedes erkundet und glauben, dass das Projekt auf jeden Fall potenzial hat! Die Gegend ist wunderschön! Vielen Dank, Detlef für diesen Ausflug!

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Weiter nach Meteóra, zu den Klöstern auf Steinskulpturen. Es wird vermutet, dass einst ein See diesen Wald aus ca. 300m hohen Steinsäulen und -gebilden geschaffen hat. Noch heute sind 6 der Klöster bewohnt und können besichtigt werden.

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Der Rest, der ehemals 24 Klöstern auf oder in den Fels gebaut, sind entweder Ruinen oder ganz verschwunden! Eines der Klöster haben wir uns von innen angesehen, ein Frauenkloster, wo ich doch glatt einen Rock drüber ziehen musste, für den Rest der überfüllten Klöster haben wir uns bewusst dagegen entschieden…stattdessen haben wir uns auf die Suche nach den verlassenen Anlagen gemacht.

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Abends haben wir bei einer Aussichtsplattform, einem Felsen geparkt und übernachtet. Zusammen mit Luic, einem Fahrradreisenden haben wir dort den Abend verbracht und hatten eine sehr zutrauliche Fuchsbegegnung…der relativ junge Geselle war extrem interessiert an den übrig gebliebenen Krümmel unseres Abendessens…neugierig und angstbefreit kam er bis auf einen Meter her. Schöne Begegnung mit einem wirklich schönen Tier! Und wie das bei solch besonderen Begegnungen ist, gibt´s natürlich keine Foto´s!

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Die ganze Gegend um die Klöster ist etwas ganz besonderes! Weniger die Anlagen, die dort in und auf den Felsformationen gebaut sind, obwohl das schon auch extrem beeindruckend ist, wie sie das vor hunderten Jahren, als die ersten Klöster dort entstanden, bewerkstelligt haben auf dieser Höhe! Lange Zeit war der Zugang ausschließlich über Holzleitern möglich und die Waren wurden mit Seilzügen nach oben gezogen.

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Aber auch überall dazwischen in den Felsen befinden sich höhlenartige Vertiefungen, die zum Teil bewohnt waren, bevor die Klöster entstanden. Die Gegend wird seit sehr langer Zeit von Geistlichen bewohnt und über die Jahrhunderte hat sich das Ganze von heiligen Höhlen, zu abgeschotteten Klöstern, auf denen der Abstand zur weltlichen Ablenkung nicht groß genug sein konnte, zu Klöstern, die für Touristen zugänglich sind weiter entwickelt. Wir haben wieder einmal die Schönheit und Einzigartigkeit, abseits vom Touristenstrom gesucht und auch gefunden…die vielseitigen Steinformationen, das Dickicht dazwischen und das Licht bei Sonnenuntergang und wieder bei Sonnenaufgang waren fantastisch, mal kann sich kaum satt sehen an diesem einzigartigen Ort!

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Zeit für ein Bad in den heißen Schwefelquellen bei Lamia. Ein Traum war es nach all den kalten Duschen, der letzten Zeit mal ein Bad zu nehmen…zwar ist der schweflige Geruch etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Glück ist der Geruch so gut wie verflogen sobald man aus dem Wasser raus ist und sich abgetrocknet hat. Ein reges Kommen und Gehen an der  Quelle…von Campern und Leuten die über Nacht ihr Zelt aufschlagen, über rheuma- und Arthritis geplagte Rentner, türkische LKW-Fahrer und eben uns stinkenden Langzeitreisenden…das ca. 39°C warme Wasser zieht sich in einem Bächlein mit Gumpen durch eine Ebene…sagenumwoben, fand dort die Schlacht bei den Thermopylen statt…die zahlenmäßig stark unterlegenen Griechen gegen die Perser.

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Auf dem Weg zum Peloponnes fuhren wir über den Kanal von Korinth…eine Wasserschleuse, die in früheren Zeiten den Seeweg von West nach Ost und umgekehrt verkürzte. Heute hat die in Stein geschlagene Enge an Bedeutung verloren, weil die Schiffe zu groß geworden sind. Für Touristenboote und Privatyachten ist der Weg, für einen nicht ganz billigen Preis dennoch offen.

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Dann führte unser Weg nach Delphi zum Apollo Tempel, wo einst die zugedröhnte Pythia ihre Weissagungen, über einer Felsspalte sitzend gemacht hat! Leider haben wir werde das Orakel noch die Felsspalte gefunden…;)Schönes, kleines Kulturprogramm also. Vor allem wenn man Tonnen von Steinen mag, ist man hier richtig!

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Natürlich darf man sich nach über 2000 Jahren nicht zu viel erwarten, dennoch bekommt man eine kleine Ahnung, wie majestätisch und gewaltig die antiken Griechen hier gelebt und ihre Götter verehrt haben…aufschlussreicher wird´s dann, wenn man die zahlreichen Objekte im dazugehörigen Museum, aus Marmor, Gold, Bronze und anderen Metallen betrachtet. Mit etwas Vorstellungskraft kann man die Friese, Skulpturen, Schmuckgegenstände, Münzen, Waffen,…in die zuvor gesehene Tempelstadt einsetzen…wenn man es dann noch schafft, die Tonnen von weißem Marmor in der Phantasie farbenfroh zu kolorieren, hat man in etwas eine Vorstellung vom großen Schatz und der hochentwickelten Kultur des Antiken Griechenlands.
Weiter in unserem Kulturprogramm Richtung Sparti auf den Spuren der Byzantinischen Epoche, die die heidnische Antike zu ihrem Ende bringt und die christliche Epoche in Europa einleitet…um ehrlich zu sein hat uns der Titel: `Verlassene Ruinenstadt` gelockt und sich erst vor Ort raus gestellt, dass die Stadt eine ehemalige byzantinische Anlage war. Weder verlassen war ganz richtig, weil eines der Klöster noch bewohnt war, noch war es eine Ruine, wie zum Beispiel Delphi. Vieles der ehemaligen Stadt am Berg mit darüber thronender Burgruine war relativ gut erhalten.

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Für mich war es die erste Byzantinische Klosteranlage, abgesehen von den vielen Bildern aus dem Kunstgeschichtsunterricht und ich war fasziniert von den ausdrucksstarken Gesichtsausdrücken der ansonsten einfach gehaltenen Heiligen, die in den flächendeckenden Wandgemälden ihre Geschichten erzählen. Viele der Borten und Friese lassen noch den Einfluss der Antike erkennen.

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Das war´s mal für´s erste um euch auf Griechenland einzustimmen…Fortsetzung folgt…

Albanien – Im Land des Adlers…Allrad, Armut, Abenteuer

Wir haben uns entschieden Ronni und Wolfi in die Bergdörfer zu begleiten und so machen wir uns auf, die anderen Fahrzeuge und ihre Fahrer Hans und Michael zu treffen. Im Konvoi von 4 Fahrzeugen geht es über die albanische Grenze, wo wir kurze Zeit später an einem Schotterplatz für die Nachtruhe halt machen. Es muss ein Treffpunkt für die sexuelle Vereinigung sein, da überall gebrauchte Gummis und blutige Taschentücher herum liegen…dazu noch der Geruch von Verwesendem im Straßengraben (ein toller Platz!).
Also schnell weiter Richtung Tirane, dann noch einige Kilometer Asphaltstraße, bis wir die befestigte Straße verlassen und uns auf Schotterpisten in die Berge hoch schrauben. Anfänglich noch schwer beeindruckt vom Holpern und Kleppern wird man(n) von Kilometer zu Kilometer entspannter und sicherer, dass unser Eigenheim diesen Belastungen stand hält.
Einige Stunden geht es dann über bessere und schlechtere Pisten auf und ab, bis wir das kleine Bergdorf Porocan am Abend erreichen, wo wir von einer Horde Kinder, dem Arzt und einigen anderen Dorfbewohnern freundlich in Empfang genommen werden. Ein wenig geschnackt und die Öffnung der Dorfbar veranlasst, lassen wir den Abend mit dem ein oder anderen Bierchen ausklingen.
Aufgewacht, gefrühstückt und los Richtung Holtas, ein weiteres kleines Dorf mit Schule, am Berg nebenan wo die Pakete mit Kleidung, Schuhen und anderen Dingen verteilt werden sollen.
Der Weg dorthin wird schon etwas spannender – mit diversen Bach- bzw. Flussdurchquerungen und dann steil bergauf bis der Weg für die größeren LKW´s endet und wir die Pakete in Michael´s „Armeisenfahrzeug“ umladen, um sie zur Schule zu bringen! Ich darf auch mal fahren (ein echtes Geländemonster mit sum-sum Antrieb), cool!
Bei der Schule angekommen, werden die Pakete ausgeladen und an die ca. 110 Familien, die hier in den umliegenden Bergen wohnen verteilt. Es ist ein hartes Leben in den Dörfern hier! Die Leute haben kaum Geld und sind überwiegend Selbstversorger! Besitzt man ein Moped, gehört man zu den besser Gestellten!
Es ist schön, zu sehen dass die Menschen hier auch ohne viel zu besitzen, das fängt bei Schuhen an, die nicht kaputt sind, trotzdem glücklich und zufrieden sind. Aber irgenwie hat es auch einen bitteren Beigeschmack, hier mit seinem Reiselaster zu stehen mit Mountainbikes und einem Haufen anderem Vergnügungs-Krimskrams auf und im Auto, aber so ist das nun mal. Wir haben wohl den Bezug zu materiellem in Deutschland verloren und wissen oft gar nicht wie unwahrscheinlich überflüssig wir dort leben.
Nachdem alle Pakete verteilt worden sind und ein Ofen für die Schule ausgeladen ist, machen wir uns auf den Rückweg nach Porocan, wo weitere Öfen ausgeladen und angeschlossen wurden.

Am nächsten Tag brechen wir Richtung Bishnice auf, wo weitere Öfen für ein Internat vorgesehen sind. Wir geben den Weg in unser Navi ein, das auf Anhieb auch eine  Strecke findet: 91km – 1,5h…soweit so gut. Unterwegs machen wir an einer nahe gelegenen Krankenstation und einer winzigen Schule halt, bringen einen Ofen in die Station und einen in die Schule wo fünf kleine Scheißer total artig hinter ihrem Tischchen im Dunklen sitzen (da es keinen Strom gibt!) und ihre Aufgaben machen. Weiter geht´s Richtung Gramsh, eigentlich auf guten Straßen…nach dem Essen in Gramsh verlassen wir auch schon bald wieder die befestigten Wege und schrauben uns erstmals auf noch recht guten Schotterpisten die Berge hoch. Kilometer für Kilometer wird die Piste holpriger und matschiger, die Abgründe neben uns steiler und Nadine´s Nerven immer weicher. Steilkehren, kaputte Brücken, Matschlöcher lassen uns immer langsamer werden und Nadine´s Nerven…! Die Strecke entpuppt sich als volle Offroader-Piste und ich bin mir oftmals nicht sicher, ob unser Wagen das packt.
Aber er erweist sich als wirklich geländegängig!
Leider kann ich die Gefühlsregungen in den haarigen Situationen nicht wirklich in Worte fassen, aber es war durchaus sehr spannend und ich bin froh, dass wir diese Strecke gut überstanden haben. Unser Navi hatte recht, es waren 91 km, aber wir benötigten 2 Tage dafür auf den letzten 25 km vergingen 8h…wir sind mit unserem Hinterrad in ein ausgespültes Loch gefahren, hatten einen Steinbrocken aus dem Weg zu räumen und mussten Hans aus dem Matsch ziehen. Bei einer Zwangspause um
Hans´  Laster zu reparieren kam ich in den Genuss, einen 4×4 Muhli zu testen, absolut geländegängig so ein Esel. Vielleicht das Richtige für die nächste Reise…?;)
In Bishnice angekommen werden wir von einer Horde Kindern in Empfang genommen. Ist ja alles sehr lieb, wir sind aber nach 8h Offroad fertig und die Kinder sind ganz schön anstrengend. Wir treffen hier Tobi, Andreas und Martin, die 3 Zimmerer arbeiten hier seit 3 Monaten und machen diverse Bauprojekte mit den Einwohnern und Kinder des Dorfes. Die Kinder hier im Dorf sind aufdringlicher als in den vorherigen Dörfern, einige von ihnen wollen unbedingt die Fahrräder vom Autodach und ich bin hin- und her gerissen, ob ich sie herunterholen soll…beschließe aber, dass das wohl keine gute Idee ist! Unsere Fahrräder  sind für die Kinder viel zu groß und wahrscheinlich würde Streit ausbrechen, wer es benutzen darf.
Also muss ich den Kindern leider die Benutzung verneinen…ein doofes Gefühl!
Am nächsten Tag machen wir kleinere Reparaturen am Auto, bringen unsere Staubox wieder in ihre ursprüngliche Form zurück, sie ist beim ins Loch rutschen ein wenig zerknautscht worden! Wunderbar das Formengedächnis der Objekte aus Plastik! Dann gehen wir mit den Zimmerern in den Wald um Brennholz zu machen.
Am Abend ist die Abschiedsfeier der 3 Zimmererjungs im Geräteschuppen/Werkstatt/Lager, den sie gebaut haben, dort wird mit den Helfern aus dem Dorf, den Mutti´s aus dem Internat und den Waisenkindern gegessen und natürlich Raki getrunken (ausgenommen die Kinder!).
Unsere letzte Station in Albanien führt uns nach Pogradec, wo die letzten Öfen hin sollen…wir fahren auf schmierigen und matschigen Wegen durch die Berge bis wir irgendwann wieder feste Straßen erreichen und quetschen uns noch durch einen Markt, wo die Leute schwer mit Verhandlungen beschäftigt sind und nicht daran denken wegen 2 LKW´s aus dem Weg zu gehen! Danach haben wir freie Fahrt auf breiten, geteerten Straßen, bis in den Stadtkern von Pogradec…

Hier stehen wir mitten in der Stadt auf einer Wiese hinter einem großen Block. Wir laden die Öfen aus, freuen uns auf eine warme Dusche! Die erst seit einer Woche! Gehen zum Einkaufen und zum Pizza essen. In der Nacht gibt es ein heftiges Gewitter und sintflutartiger Regen läßt die Straßen durch die Stadt, runter Richtung Oridsee zu wadentiefen Bächen werden. Zum Glück hat uns dieser Regen nicht auf den unbefestigten Bergstraßen überrascht!
Das Ausparken am nächsten Morgen wird durch den heftigen Regen vom Vorabend zu einer neuen Challenge…zum ersten Mal steckt auch einer der großen LKW´s fest! Ronni wollte sich morgens nicht gleich die Füße nass machen und seinen Wagen etwas zurücksetzen in einen weniger überschwemmten Abschnitt unseres Nachtlagers…dann stand er bis zur Achse im Matsch und wir müssen ihn mit 2 LKW´s befreien.
Michael nimmt dies zum Anlass, mit seinem „Ameisengefährt“ das Grundstück umzugraben…was die Besitzer des Platzes später nicht gerade glücklich macht! (Komisch!!) Man darf in Albanien viel und die Leute stören sich an wenig, aber auch hier ist Feingefühl für den Grund und Boden Anderer angebracht. Naja, ich find´s ja auch nicht so cool wenn irgend jemand mit seinem Geländewagen durch meinen Garten pflügt.
Wir werden Albanien an diesem Tag noch verlassen, in Mazedonien unsere Tanks mit Diesel füllen (ca. 80ct!) und nach Griechenland einreisen. Es ist auch der Tag der Verabschiedung von Hans und Michael. Leider auch von Ronni und Wolfi…ohne euch hätten wir diese aufregende Tour wohl nicht gemacht!
Es hat mich riesig gefreut euch kennengelernt zu haben und danke für die Einführung in´s  Offroad-Fahren. Es waren super Tage mit euch und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!
Danke auch an dich, Hans für die Instruktionen und für das Eintauchen in ein anderes Land.

 

 

Kroatien…Exit Montenegro

Nachdem wir uns aus den Bergen an die Küste Kroatiens durchgeschlagen haben,
gab´s endlich mal wieder einen Waschtag!

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Weiter ging´s auf der wunderschönen Küstenstraße Richtung Dubrovnik…da gibt es nur einen offiziellen Campingplatz…ca. 3km außerhalb der Altstadt und weil wir zu bequem und manchmal etwas zu deutsch sind, haben wir uns vom Campingverbot in der Wildnis einschüchtern lassen und diesen für unseren `Besuch` in Dubrovnik gewählt! Wir hätten nicht gedacht, dass 30€ pro Nacht noch zu toppen seien, wurden dort aber eines Besseren belehrt! Über 35€ ist dann auch drin für alle Annehmlichkeiten, die wir eh nicht brauchen! Nachdem Check-in war die Stimmung eh schon angeschlagen und als unser Abendmahl mit teurer, kalter Pizza noch gekrönt wurde war ganz klar: Kroatien schön und gut, aber einfach sehr teuer!!…auf nach Montenegro! Raus aus der EU und schauen was uns da erwartet! Kleiner Währungscheck, hat uns erstaunt fest stellen lassen, Montenegro ist zwar nicht in der EU, hat aber den Euro als Währung (davor war die D-Mark Währung!!)

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Je weiter man in den Süden Kroatiens vordringt, desto schöner wird die Landschaft! Eigentlich hätten wir uns Dubrovnik gerne für ein paar Tage zu Gemüte geführt und das Stadtleben etwas genossen. Leider waren wir so angepisst, wegen der hohen Preise, dass wir nur noch weiter wollten! Vor allem waren wir angepisst wegen unseres fehlenden Mutes, uns einfach wild irgendwohin zu stellen! Unser Vorsatz für den weiteren Weg war, lockerer zu werden…

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In Montenegro haben wir dann 2 Versuche gestartet, uns ein abgelegenes Plätzchen zu suchen…die Küste befindet sich im touristischen Aufschwung und gepaart mit der geographischen Gegebenheit der Steilküste, war es uns nicht möglich den ersehnten, schönen Stellplatz zu finden, den wir uns vorgestellt hatten! Also sind wir doch bis zu dem uns durch Recherchen bekannten Kitestrand gefahren…trotz schlechter Windprognose…mit der lautlosen Bitte um weitere nette Bekanntschaften…und wenn schon ohne Wind, dann bitte mit Yogastrand…
Die Kraft des Universums war auf unserer Seite und wir haben einen Platz gefunden und Ronni und Wolfgang kennen gelernt…die beiden waren auch mit einem coolen Reisemobil, einem `Steyr 666` ;)…unterwegs. Als wir ihr Gefährt erspäht hatten mussten wir sie natürlich gleich anquatschen und waren ziemlich happy, 2 `laiwande Haberer`aus Österrreich getroffen zu haben! Die Beiden erzählten uns, sie seien in die Berge Albaniens unterwegs und hätten die Hälfte ihres Gefährts voll mit Klamotten und Holzöfen für abgelegene Bergdörfer. In ein paar Tagen würden sie sich mit zwei weiteren Leuten + Fahrzeugen treffen, die mit ihnen den Weg in die Berge einschlagen wollen. Wir waren gleich begeistert, vor allem weil wir uns gerne in netter Begleitung fortbewegen wollten und Tobi die Möglichkeit im Gelände zu fahren freute!
`Die Mausi` wollte nicht schon wieder die Spaßbremse sein und so reifte der Gedanke weiter…bis dahin war aber noch ein Wochenende am Strand Zeit.

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Ein paar km weiter den Strand runter an einem echt schönen Plätzchen, wo wir einfach frei stehen konnten und noch einige andere schöne Fahrzeuge mit netter Besatzung kennen gelernt haben. Ein Paar, welches die gleiche Strecke für sich auserkoren haben…für alle die unsere ursprünglichen Pläne kennen…Route nach Indien ist erstmal abgesagt und unser Weg soll uns jetzt nach Marokko führen! Wir hoffen, dass wir Chizzi & Michi auf unserem weiteren Weg nochmal treffen werden!

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Ronni, wir hoffen auch dich in Marokko wieder zu treffen!
Wolfi, du bist mir als Verbündeter nicht Off-Roader ans Herz gewachsen und vor allem als Mensch natürlich!
Für das, dass wir kurzzeitig geglaubt haben keine Gleichgesinnten zu treffen haben wir die letzten Wochen so viele schöne Bekanntschaften gemacht, dass wir wieder viel besser aufgelegt sind und uns auf die nächsten tollen Erfahrungen freuen! Das soll jetzt nur ein kleines Update sein, weil wir so lange kein Internet hatten und freut euch schon auf unseren ausführlichen und hoffentlich spannenden Bericht aus ALBANIEN!

A hoarige G´schicht…

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Wir haben unseren wunderbaren Kitespot in Nin verlassen und machen uns auf den Weg zu den Bären von Kuterevo…gespannt auf das, was uns dort erwartet…Wie nehmen einen kleinen Alternativweg über die Insel Pag, um nicht den gleichen Weg, den wir gekommen sind nochmals zu fahren. Pag gleicht zum Teil einer Mondlandschaft oder einer Steinwüste, bizarre Steinlandschaften ohne jegliches grün.

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Am anderen Ende der Insel machen wir nochmal Halt für eine Nacht, um am nächsten Morgen die restlichen ca. 80 km zu den Bären zurück zu legen. Mit der Fähre ein Stück über´s Wasser – für günstige 30€ /ca.15min – für die Überfahrt…mal wieder ganz schön teuer! Dann schrauben wir uns die Berge an der Küste hoch und schon wenig später sind wir in Kuterevo angekommen. Ein kleines Dörfchen inmitten der Berge im Nationalpark Velebit. In dieser Region gibt es ca. 300 wilde Bären und in ganz Kroatien ca.1000! Wir sind also im Bärenland. Im Internet bin ich auf die Bärenstation Kuterevo gestossen, die verwaisten Bären ein neues Zuhause gibt.

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Die Arbeiten in dieser Station werden überwiegend von Volontären bewältigt, also haben wir beschlossen auch ein wenig mit zu helfen. Kaum angekommen sind wir gleich  mit den Anderen los um die Bären zu füttern, die ausschließlich mit Obst und Beeren gefüttert werden! Danach noch drei Zelte abgebaut, in denen irgendwelche hoch professionellen Tierarztstudien betrieben wurden und auf Bierbankgarnituren wilde Tiere wie Bär, Wolf und allerlei anderes zerschnipselt wurden???? Überall noch Blut und der feine Geruch von zerlegtem Tier. Nachdem die Arbeiten erledigt sind, parken wir noch unser mobiles Heim im Gemüsegarten und gehen danach bald zur Bettruhe über, gespannt auf den nächsten Tag…

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Aufgewacht, gefrühstückt und neuer Auftrag! Bärchen bemalen, dann die Bären füttern und  Holz stapeln…soweit so gut.
So zieht es sich die Tage eigentlich durch, ich habe noch versucht einen falsch dimensionierten offenen Kamin zum Brennen zu bringen, aber es gibt beim Bau dann doch physikalische Grundbedingungen, die beachtet werden sollten! Und ein offener Kamin mit riesen Feuerung und mini Kamin kann halt nicht funktionieren!

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Mein Fazit des Volontärin ist:
Ich bin zu alt für den Scheiß! Das Ganze kommt mir vor wie eine sozialpädagogische Arbeitstherapie, die ich nach 15 Jahren auf dem Bau sicher nicht brauche! Dazu noch mein hervorragendes Englisch…anstrengend!
Leider ist mir der tiefere Sinn der Bärenhaltung hinter Gittern auch ein Rätsel geblieben und der Aspekt der Tierliebe ebenso. Vegetarisch und regional ist ja super, aber deswegen lässt man doch keine kranken Hühner jämmerlich eine Woche in einer Kiste krepieren, um sich die unschöne Arbeit der Erlösung der Hühner zu ersparen!? Dazu wäre ca. 2m von der `Hühnertodeskiste´ das Bärengehege!?! Naja…
Für junge Leute, die das einfache Leben mal schmecken wollen, bevor sie ihr Dasein als Ingenieur in irgendwelchen Großkonzernen starten und dann sagen können, ich habe auch mal was Gutes gemacht, ist das auf jeden Fall ne tolle Sache!

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Ich bin also sehr froh, als am Montag nach dem Frühstück der Motor wieder brummelt…und siehe da…kaum 100km gefahren…Wetter gut und 10° wärmer!