Marokko…Part 2

So nun ist es an der Zeit, dass ich auch mal wieder einen Bericht schreibe!
Mit mich, meine ich mich, Tobi!

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Marokko ist ein wirklich spannendes Land und es gibt unfassbar viel zu sehen, wunderschöne Landschaften, interessante Kultur und Menschen und natürlich tolle Pisten, die „unseren Dicken“ ganz schön durchrütteln und an die Grenzen seiner Leistung bringen.

Unser erster längerer Pistenabschnitt führt uns vom Aglou Plage nach Guelmin,

 

vorbei am Fort Bou Jerif, wo wir eine Nacht unter Palmen, an einer Oase in der Steinwüste stehen. Ein wirklich schöner Platz! Ein zu dieser Zeit kleiner Fluss schlängelt sich durch die Steinwüste, in dem Wasserschildkröten ihr zuhause haben und im Schatten der Palmen schlagen wir unser Lager auf.

 

Leider hat sich Nadine den Magen verdorben und wir gehen am nächsten Tag in den ca. 1km entfernten Campingplatz um den beleidigten Magen aus zu kurieren…dann noch eine Nacht unter den Palmen und Nadine ist wieder fit für die Weiterfahrt. Wir rumpeln weiter nach Guelmin, kaufen ein wenig ein und besuchen das Thermalbad (ca.37°C) in der Nähe, das Ronni von seinem Besuch vor ca. 10 Jahren sehr schön in Erinnerung hatte…voller Vorfreude stürzen wir uns in die urinwarmen Fluten und sind überrascht, wie ranzig das Bad doch ist! Ein brauner Rand umgibt das Becken und ein fieser Geruch steigt uns in die Nase, was uns aber nicht daran hindert, ein wenig mit den badenden Kindern, die gerade Ferien haben zu planschen. Trotzdem bin ich sehr froh mir nach diesem Badevergnügen die Plörre wieder abduschen zu können und habe “Gott sie Dank“ keine weiteren Erkrankungen davon getragen!
Weiter geht es entlang des Plage Blanche von Guelmin nach Tan Tan, eine tolle Piste entlang des Atlantik, man ist hier fern ab der Zivilisation. 3 Tage führt uns diese Piste entlang des Atlantik an Steilküsten und Kiesstränden entlang, vorbei an kleinen Fischerhütten.

 

Es gibt einen Pistenabschnitt, der unterhalb der Steilküste direkt am Strand entlang führt…was natürlich sehr verlockend klingt! Dieser ist aber abhängig von den Gezeiten und daher nicht ganz ohne. Wenn einen die Flut erwischt, hat man einen Wagen weniger…
Aus diesem Grund haben uns die Meisten, die wir getroffen haben von dieser Passage abgeraten! Aber wie der Teufel so will, treffen wir kurz vor dem Einstieg in diesen 30km langen Abschnitt 2 Deutsche, die diesen Weg genommen haben und uns berichten: “Absolut kein Problem!…um 14Uhr starten und dann ganz nah am Wasser entlang, dann ist es ein Kinderspiel!“. Also schmeißen wir kurzerhand unsere Pläne, dort nicht zu fahren über den Haufen und beschließen unser Nachtlager hinter den Dünen, am Einstieg der Piste aufzuschlagen, um am nächsten Mittag zur Ebbe diese Passage zu nehmen.

Fataler Fehler!

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Hinter diesen Dünen sieht der Sand schon verdächtig braun aus und beim erstmaligen Befahren macht sich ein schwammiges Gefühl bemerkbar, also Luft aus den Reifen und ein schönes Plätzchen für das Nachtlager suchen. Immer weiter hinein in die Dünen, bis uns klar wird, das sich unter dem Sand eine heimtückische Matschschicht immer wieder zur Flut schön mit Wasser aufsaugt!

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Und zu allem Übel herrscht noch eine unvorstellbare Mückenplage! Also beschließen wir umzudrehen und schon stecken wir bis zur Achse in diesem Batz! Die Bergungsaktion bringt mich an die Grenze meiner Nerven! Sau schwerer Matsch, der nicht von der Schaufel will, dazu die Ungewissheit, wie weit die Flut hier tatsächlich ansteigt und die Mücken! Ich bin unglaublich froh, dass Ronni nicht´s aus der Ruhe bringt und er noch eine angefangene Flasche Pastis hat! Danke, an dieser Stelle für deine Bergungshilfe und deine Ruhe und den Schnaps!

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Da es schon ca. 18Uhr war und wir unser Auto nicht aus diesem Dreck herausbrachten, waren wir gezwungen die Nacht dort zu verbringen. Das Auto haben wir mit zwei Wagenhebern noch so weit ausgerichtet, dass man einigermaßen darin schlafen kann…uns noch von ca. 10.000 Mücken stechen lassen, dann noch eine halbe Flasche Schnaps, Nadine beruhigen und schlafen.
Am nächsten Morgen geht es mit neuem Elan an´s Werk und nach 1 oder 2 Stunden, mit 2 Wagenhebern, 8 Sandblechen und dem supergeilen Hebekissen sind wir aus unserer Misere befreit und können den Ort des Verderbens verlassen…

 


Somit verwarfen wir die Idee, den Weg direkt am Meer zu nehmen (man muss sein Glück ja nicht herausfordern!). Also weiter die Piste Richtung Tan Tan die uns noch mit ein paar schönen Sandabschnitten durch kleinen Dünen belohnt.

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In Tan Tan angekommen finden wir sogar einen Laden mit Alkoholdealerei und können uns für den Spottpreis von ca. 45€ 2 Flaschen Wein und 10 Dosen Bier kaufen! Dann ab auf den Camping und duschen.
Wir fahren noch ca. 100km weiter nach Süden in die Westsahara, da dort der Diesel nur 0,40€ kostet und letschen alle unsere Tanks voll. Ca.160€ für 400l Diesel! Da macht tanken dann fast schon Spass und vor lauter Freude am billigen Tanken verteilen wir den Diesel auch gleich wieder großzügig! Ronni hat ein Loch im Zusatztank und bei mir schwappt´s aus dem Einfüllstutzen! Also noch schnell abgedichtet und mit vollen Tanks Richtung algerische Grenze, ins Hinterland!

 

Unser Weg führt uns über steinige Hubelpisten hinein in schöne Bergformationen, durch ausgetrocknete Bachbeete und karge Steinwüsten, die immer wieder ihre Farbe und Form verändert. 3 Tage sind wir unterwegs auf holprigen Pisten, durchqueren Oueds und fahren auf kleinen Strassen bis wir Akka erreichen und uns auf einem Camping niederlassen.

Dort treffen wir auf Robert und Gernot, die mit dem Motorrad gerade aus Senegal zurück kamen, gemeinsam verbringen wir den Abend, als einzige Gäste auf dem Campingplatz…was uns am nächsten Tag zu Gute kommt, da wir in aller Ruhe diverse Wartungsarbeiten an unseren Gefährten machen können, ohne jemanden zu stören.

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Beim unterm Lastwagen liegen fällt Ronni auf, dass sein Verteilergetiebe lose ist und dadurch ein Schaden am Lager und der Kardanwelle entstanden sind. Nachdem das Getriebe wieder fest sitzt und die ein und anderen Arbeiten erledigt sind, ziehen wir weiter nach Tata, ein angenehmes kleines Wüstenstädtchen wo wir uns nochmal mit Robert und Gernot treffen und den Abend mit ein paar Bierchen und lecker Essen ausklingen lassen.
Nach dem Frühstück brechen wir Richtung Erg Chegaga auf, eine breite Staubpiste bringt uns Richtung algerische Grenze. Als die Staubpiste zur Holperpiste wird, passieren wir noch einen Militärposten, der uns freundlich in Empfang nimmt, sich ein Bierchen schnorrt und uns nach den Formalitäten noch nett den richtigen Weg erklärt. Also weiter Richtung der großen Dünen von Chegaga!

 

Der Weg wird immer sandiger und wir queren zu den ersten Dünen, die seitlich erscheinen um dort zu nächtigen. Also wieder Luft aus den Reifen und rein in den Sand!
Noch eine lecker Tajin auf den Grill und den Abend im roten Licht der Dünen genießen.
Immer sandiger wird die Piste und unser ´Leistungsmonster´ kommt ordentlich ins Schwitzen, ein paar Pferde mehr würden uns hier nicht schaden!

 

 

Wir finden einen schönen Platz im Schatten eines großen Baumes, umgeben von Sand und im Licht des Feuers wird der Abend zur Nacht.

 

Nächster Stop Mhamid! Nach dem wir die Sandpassage hinter uns lassen, noch eine Reifenpanne reparieren und durch den Sandsturm nach Mhamid gefunden haben, sind wir erleichtert als wir den Camping erreichen und uns hinter den Mauern wenigstens ein Wenig vor dem herumfliegenden Sand und Staub in Sicherheit bringen können.

 

Zwei Tage dauert der Sandsturm an und es bilden sich in unserem Auto an diversen Stellen Sandhäufchen. Überall ist Sand und Staub und wir sind sehr froh als der Wind sich legt und wir das sandige Chaos beseitigen können.
Nun geht es nach Zagora, wo wir Ali´s Garage ansteuern, welche Ronni´s neues Zuhause für die nächsten 2 Wochen werden wird. Glücklicherweise kommt ein Bekannter von ihm nach Marokko, der ihm die Ersatzteile bringen kann die er braucht. Leider können wir die 2 Wochen nicht mit ihm warten, da ich meine nun doch schon etwas rundlichere Frau sicher bis Anfang April nach Hause bringen will, an dieser Stelle können wir es öffentlich verlauten! WIR WERDEN EINER MEHR! Und wollen daher in ca. einem Monat zuhause sein, um noch Zeit zu haben uns daheim einzurichten bis es soweit ist!
Schweren Herzens trennen wir uns von Ronni und werden das letzte Stück von Marokko, für diese Reise alleine vollenden. Wir hoffen Dich in Spanien wieder zu sehen, lieber Ronni!

 

2 Gedanken zu “Marokko…Part 2

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