Griechenland…Oliven, Pick-Up´s…Oliven

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Wir sind in Griechenland, eigentlich schon seit über 3 Wochen…eine gute Woche unserer Zeit haben wir bei Thessaloniki verbracht. Bei Zampetas, einem Wohnwagenverkauf, -werkstatt, Campershop… einer sehr hilfsbereiten Familie, die uns einige Tage mit Stellplatz inkl. allen Annehmlichkeiten (Klo, Wasser, Dusche, Internet, Waschmaschine), Werkstatt, Besorgungen, landesspezifischen Tipps und
Info´s zu Sehenswürdigkeiten beherbergt hat. Wohlgemerkt, ist der Stellplatz mit seinen Annehmlichkeit umsonst! Durch die Wirtschaftskrise in Griechenland hat der Familienbetrieb freien Platz auf seinem Gelände, dass nicht mehr wie zuvor ganz mit Wohnwagen belegt ist, und beschlossen den ungenutzten Raum für einen kostenlosen Stellplatz zur Verfügung zu stellen…und weil die Zampetas wissen, was der Reisende benötigt, stellen sie all diese Annehmlichkeiten kostenlos zur Verfügung! Außerdem waren sie uns behilflich, einige Ersatzteile zu besorgen, die wir für die Reparaturen benötigt haben, die wir in der Zeit dort erledigt haben. Auch haben wir einige Reisende kennengelernt, unter anderem Martina & Sven und Detlef, die unsere Zeit dort bereichert haben.
Vielen Dank, Familie Zampetas für eure Gastfreundlichkeit!

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Zwischenzeitlich haben wir einen Abstecher nach Chalkidike im Osten Griechenlands gemacht und uns den mittleren der 3 Finger, Sithoniá dieser Gegend angeschaut. Zum Großteil entlang der Küste konnten wir einige herrliche Plätzchen finden…ganz am äußersten Zipfel haben wir einen Strand von ca. 50m Breite entdeckt, an dem wir einen Tag und eine Nacht mit grillen und chillen verbracht haben und außer ein paar Fischerbooten niemanden zu Gesicht bekommen haben…

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Der Weg auf diesen Ausläufer war etwas abenteuerlich, aber eigentlich noch mehr der Rückweg hinauf…bei ca. 30 Prozent Steigung und ziemlich ausgespülten Straßen ist Tobi beim Steuern durch´s Gelände mal wieder ins Schwitzen gekommen…aber er braucht den Adrenalinschub nach Albanien glaube ich;) wäre das Wetter nicht so schlecht voraus gesagt gewesen, hätten wir dort sicher länger verbracht…aber wir wollten den steilen und ausgefahrenen bzw. -gespülten Weg nicht nach einem Regen fahren.

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Weiter Richtung Sarti an der Ostküste von Sithoniá haben wir auf den Tipp von Martina & Sven hin ziemlich schnell das mit Straßen und Wegen übersäte Gebiet gefunden, dass eigentlich Erholungsort für Polizisten und andere Staatsdiener hätte werden sollen…Das einige ha große Areal gleicht einem Labyrinth aus Straßen, Wegen und Treppen in schönster Landschaft mit vielen bizarren Felsskulpturen und Erikasträuchern…heute genutzt von Schaf- und Ziegenherden, einigen Hunden, von uns und anderen Menschen, die nach einsamen und schönen Stellplätzen Ausschau halten. Einige der schmalen Wege, die aus Betonplatten gelegt sind, sind teilweise vom Regen unterspült und mit einem schweren Gefährt wie unserem sollte man vorher abchecken wo man drüber fahren kann…die großen Straßen sind bis auf die fehlenden Kanaldeckel seitlich am Straßenrand gut in Schuss. Was man aus so einem lässigen, großen Areal direkt am Meer alles cooles machen könnte…Festivals, Boulder-Areal, Stellplatz,…

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Es gab wohl Probleme mit der Frischwasserversorgung, ein Grund warum nicht weiter gebaut wurde…oder die Krise…oder tragen Projekte wie diese zu Krisen bei!? Nicht das wir in Deutschland nicht auch ähnliche Bauprojekte hätten, die am Schluss das Doppelte oder mehr kosten…Wir fanden es dort sehr schön und haben 2h mit bouldern an den bizarr-organisch geformten Felsen verbracht…super griffiger Granit…wir konnten uns sportlich über die Felsformationen bewegen und Dr. Zuko hatten den etwas anderen Ausgang…zum Glück überlegt er in solchen Situation nicht viel und ist super geländegängig! Springt von Fels zu Fels als hätte er nie was anderes gemacht!

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Am nächsten Tag ging´d weiter an der Ostküste von Sithoniá gen Norden auf der Suche nach noch mehr schönen Plätzen…leider war´s vorbei mit perfekten meernahen und einsamen Plätzen…nach einem kleinen Abstecher in die Berge wurden wir vom Nebel verschluckt und beschlossen doch weiter an der Küste zu suchen…ein Tag mit vielen Versuchen und wenig Glück…nach dem 5ten Anlauf beschlossen wir doch Richtung der nächsten kleineren Stadt zu fahren und unser Glück dort zu versuchen! Vielleicht wenigstens mit einem Besuch im Restaurant, unserem ersten griechischen Essen…leider auch das Fehlanzeige…die Saison ist vorbei und die ansonsten touristischen Orte sind ziemlich leer. Man trifft zwar noch vereinzelt Reisende, aber die Restaurants sind geschlossen. Dennoch fanden wir ein Plätzchen für uns am Meer, dass „Campen Verboten“ kann man hier in der Nachsaison getrost übergehen, hat uns ein Grieche gesagt!
Für die nächsten Tage war Regen und Kälte angesagt…auch hier ist es mittlerweile herbstig…anders als bei uns, aber nachts kann es auch schon mal ziemlich kalt werden!
Wir sind zurück nach Thessaloniki, zum Campingausstatter und Stellplatz unseres Vertrauens. Dort haben wir uns einen neuen Seitenspiegel besorgen lassen und das Internet für unsere weitere Reiseplanung genutzt. Wir haben unsere Reiseroute mal wieder ein bisschen umgemodelt und einen Flug für Leila für die Weihnachtsferien gebucht! Wir freuen uns schon sehr auf Dich!
Bei Zampetas haben wir Detlef kennen gelernt, er ist mit seinem Wohnwagen unterwegs auf einer Verständigungs- und Kulturreise entlang der Römischen Straßen. Er ist auf der Suche nach interessanten Menschen, Geschichten, Projekten und Plätzen…schreibt auf seiner Webseite http://www.alaturka.info über seine Begegnungen und Erfahrungen über alle möglichen Themen, die sich um´s reisen drehen. Immer auf der Suche nach schönen Plätzen und interessanten Menschen und neuen Begebenheiten die von Interesse für Individualreisende sein können. Uns hat er auch interviewt…

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Wir haben ihn auf einen seiner Abstecher ins Weinanbaugebiet von Rapsani begleitet und dort einen einmaligen Einblick in eine Welt einiger griechischer Bauern/Winzer bekommen. Aber vor allem haben wir das wohl beste und authentischste griechische Essen, mit Wein- und Grappaverkostung unserer Reise bekommen. Anlass des Besuchs war aber die Besprechung, wie man den Standort Rapsani und den Absatz des Weines und der anderen biodynamischen Produkte vorantreiben kann.

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An der Durchgangsstraße unterhalb von Rapsani entsteht gerade ein Stellplatz an einer Tankstelle mit an gebundenem Restaurant…die Idee ist, die Reisenden für mehr als eine Nacht dort zu halten und Weinverkostungen und Wanderungen anzubieten! Der Stellplatz war gerade dabei den Strom zu verlegen, Dusche und Klo sind bereits vorhanden. Wir waren so gesehen die ersten Übernachtungsgäste dort und wurden dementsprechend euphorisch behandelt! Am nächsten Tag haben wir das bergige Gebiet von Rapsani noch per pedes erkundet und glauben, dass das Projekt auf jeden Fall potenzial hat! Die Gegend ist wunderschön! Vielen Dank, Detlef für diesen Ausflug!

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Weiter nach Meteóra, zu den Klöstern auf Steinskulpturen. Es wird vermutet, dass einst ein See diesen Wald aus ca. 300m hohen Steinsäulen und -gebilden geschaffen hat. Noch heute sind 6 der Klöster bewohnt und können besichtigt werden.

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Der Rest, der ehemals 24 Klöstern auf oder in den Fels gebaut, sind entweder Ruinen oder ganz verschwunden! Eines der Klöster haben wir uns von innen angesehen, ein Frauenkloster, wo ich doch glatt einen Rock drüber ziehen musste, für den Rest der überfüllten Klöster haben wir uns bewusst dagegen entschieden…stattdessen haben wir uns auf die Suche nach den verlassenen Anlagen gemacht.

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Abends haben wir bei einer Aussichtsplattform, einem Felsen geparkt und übernachtet. Zusammen mit Luic, einem Fahrradreisenden haben wir dort den Abend verbracht und hatten eine sehr zutrauliche Fuchsbegegnung…der relativ junge Geselle war extrem interessiert an den übrig gebliebenen Krümmel unseres Abendessens…neugierig und angstbefreit kam er bis auf einen Meter her. Schöne Begegnung mit einem wirklich schönen Tier! Und wie das bei solch besonderen Begegnungen ist, gibt´s natürlich keine Foto´s!

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Die ganze Gegend um die Klöster ist etwas ganz besonderes! Weniger die Anlagen, die dort in und auf den Felsformationen gebaut sind, obwohl das schon auch extrem beeindruckend ist, wie sie das vor hunderten Jahren, als die ersten Klöster dort entstanden, bewerkstelligt haben auf dieser Höhe! Lange Zeit war der Zugang ausschließlich über Holzleitern möglich und die Waren wurden mit Seilzügen nach oben gezogen.

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Aber auch überall dazwischen in den Felsen befinden sich höhlenartige Vertiefungen, die zum Teil bewohnt waren, bevor die Klöster entstanden. Die Gegend wird seit sehr langer Zeit von Geistlichen bewohnt und über die Jahrhunderte hat sich das Ganze von heiligen Höhlen, zu abgeschotteten Klöstern, auf denen der Abstand zur weltlichen Ablenkung nicht groß genug sein konnte, zu Klöstern, die für Touristen zugänglich sind weiter entwickelt. Wir haben wieder einmal die Schönheit und Einzigartigkeit, abseits vom Touristenstrom gesucht und auch gefunden…die vielseitigen Steinformationen, das Dickicht dazwischen und das Licht bei Sonnenuntergang und wieder bei Sonnenaufgang waren fantastisch, mal kann sich kaum satt sehen an diesem einzigartigen Ort!

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Zeit für ein Bad in den heißen Schwefelquellen bei Lamia. Ein Traum war es nach all den kalten Duschen, der letzten Zeit mal ein Bad zu nehmen…zwar ist der schweflige Geruch etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Glück ist der Geruch so gut wie verflogen sobald man aus dem Wasser raus ist und sich abgetrocknet hat. Ein reges Kommen und Gehen an der  Quelle…von Campern und Leuten die über Nacht ihr Zelt aufschlagen, über rheuma- und Arthritis geplagte Rentner, türkische LKW-Fahrer und eben uns stinkenden Langzeitreisenden…das ca. 39°C warme Wasser zieht sich in einem Bächlein mit Gumpen durch eine Ebene…sagenumwoben, fand dort die Schlacht bei den Thermopylen statt…die zahlenmäßig stark unterlegenen Griechen gegen die Perser.

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Auf dem Weg zum Peloponnes fuhren wir über den Kanal von Korinth…eine Wasserschleuse, die in früheren Zeiten den Seeweg von West nach Ost und umgekehrt verkürzte. Heute hat die in Stein geschlagene Enge an Bedeutung verloren, weil die Schiffe zu groß geworden sind. Für Touristenboote und Privatyachten ist der Weg, für einen nicht ganz billigen Preis dennoch offen.

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Dann führte unser Weg nach Delphi zum Apollo Tempel, wo einst die zugedröhnte Pythia ihre Weissagungen, über einer Felsspalte sitzend gemacht hat! Leider haben wir werde das Orakel noch die Felsspalte gefunden…;)Schönes, kleines Kulturprogramm also. Vor allem wenn man Tonnen von Steinen mag, ist man hier richtig!

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Natürlich darf man sich nach über 2000 Jahren nicht zu viel erwarten, dennoch bekommt man eine kleine Ahnung, wie majestätisch und gewaltig die antiken Griechen hier gelebt und ihre Götter verehrt haben…aufschlussreicher wird´s dann, wenn man die zahlreichen Objekte im dazugehörigen Museum, aus Marmor, Gold, Bronze und anderen Metallen betrachtet. Mit etwas Vorstellungskraft kann man die Friese, Skulpturen, Schmuckgegenstände, Münzen, Waffen,…in die zuvor gesehene Tempelstadt einsetzen…wenn man es dann noch schafft, die Tonnen von weißem Marmor in der Phantasie farbenfroh zu kolorieren, hat man in etwas eine Vorstellung vom großen Schatz und der hochentwickelten Kultur des Antiken Griechenlands.
Weiter in unserem Kulturprogramm Richtung Sparti auf den Spuren der Byzantinischen Epoche, die die heidnische Antike zu ihrem Ende bringt und die christliche Epoche in Europa einleitet…um ehrlich zu sein hat uns der Titel: `Verlassene Ruinenstadt` gelockt und sich erst vor Ort raus gestellt, dass die Stadt eine ehemalige byzantinische Anlage war. Weder verlassen war ganz richtig, weil eines der Klöster noch bewohnt war, noch war es eine Ruine, wie zum Beispiel Delphi. Vieles der ehemaligen Stadt am Berg mit darüber thronender Burgruine war relativ gut erhalten.

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Für mich war es die erste Byzantinische Klosteranlage, abgesehen von den vielen Bildern aus dem Kunstgeschichtsunterricht und ich war fasziniert von den ausdrucksstarken Gesichtsausdrücken der ansonsten einfach gehaltenen Heiligen, die in den flächendeckenden Wandgemälden ihre Geschichten erzählen. Viele der Borten und Friese lassen noch den Einfluss der Antike erkennen.

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Das war´s mal für´s erste um euch auf Griechenland einzustimmen…Fortsetzung folgt…

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