A hoarige G´schicht…

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Wir haben unseren wunderbaren Kitespot in Nin verlassen und machen uns auf den Weg zu den Bären von Kuterevo…gespannt auf das, was uns dort erwartet…Wie nehmen einen kleinen Alternativweg über die Insel Pag, um nicht den gleichen Weg, den wir gekommen sind nochmals zu fahren. Pag gleicht zum Teil einer Mondlandschaft oder einer Steinwüste, bizarre Steinlandschaften ohne jegliches grün.

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Am anderen Ende der Insel machen wir nochmal Halt für eine Nacht, um am nächsten Morgen die restlichen ca. 80 km zu den Bären zurück zu legen. Mit der Fähre ein Stück über´s Wasser – für günstige 30€ /ca.15min – für die Überfahrt…mal wieder ganz schön teuer! Dann schrauben wir uns die Berge an der Küste hoch und schon wenig später sind wir in Kuterevo angekommen. Ein kleines Dörfchen inmitten der Berge im Nationalpark Velebit. In dieser Region gibt es ca. 300 wilde Bären und in ganz Kroatien ca.1000! Wir sind also im Bärenland. Im Internet bin ich auf die Bärenstation Kuterevo gestossen, die verwaisten Bären ein neues Zuhause gibt.

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Die Arbeiten in dieser Station werden überwiegend von Volontären bewältigt, also haben wir beschlossen auch ein wenig mit zu helfen. Kaum angekommen sind wir gleich  mit den Anderen los um die Bären zu füttern, die ausschließlich mit Obst und Beeren gefüttert werden! Danach noch drei Zelte abgebaut, in denen irgendwelche hoch professionellen Tierarztstudien betrieben wurden und auf Bierbankgarnituren wilde Tiere wie Bär, Wolf und allerlei anderes zerschnipselt wurden???? Überall noch Blut und der feine Geruch von zerlegtem Tier. Nachdem die Arbeiten erledigt sind, parken wir noch unser mobiles Heim im Gemüsegarten und gehen danach bald zur Bettruhe über, gespannt auf den nächsten Tag…

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Aufgewacht, gefrühstückt und neuer Auftrag! Bärchen bemalen, dann die Bären füttern und  Holz stapeln…soweit so gut.
So zieht es sich die Tage eigentlich durch, ich habe noch versucht einen falsch dimensionierten offenen Kamin zum Brennen zu bringen, aber es gibt beim Bau dann doch physikalische Grundbedingungen, die beachtet werden sollten! Und ein offener Kamin mit riesen Feuerung und mini Kamin kann halt nicht funktionieren!

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Mein Fazit des Volontärin ist:
Ich bin zu alt für den Scheiß! Das Ganze kommt mir vor wie eine sozialpädagogische Arbeitstherapie, die ich nach 15 Jahren auf dem Bau sicher nicht brauche! Dazu noch mein hervorragendes Englisch…anstrengend!
Leider ist mir der tiefere Sinn der Bärenhaltung hinter Gittern auch ein Rätsel geblieben und der Aspekt der Tierliebe ebenso. Vegetarisch und regional ist ja super, aber deswegen lässt man doch keine kranken Hühner jämmerlich eine Woche in einer Kiste krepieren, um sich die unschöne Arbeit der Erlösung der Hühner zu ersparen!? Dazu wäre ca. 2m von der `Hühnertodeskiste´ das Bärengehege!?! Naja…
Für junge Leute, die das einfache Leben mal schmecken wollen, bevor sie ihr Dasein als Ingenieur in irgendwelchen Großkonzernen starten und dann sagen können, ich habe auch mal was Gutes gemacht, ist das auf jeden Fall ne tolle Sache!

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Ich bin also sehr froh, als am Montag nach dem Frühstück der Motor wieder brummelt…und siehe da…kaum 100km gefahren…Wetter gut und 10° wärmer!

Ein Gedanke zu “A hoarige G´schicht…

  1. Hei Leute.
    Super geschrieben und schön zu lesen. Weiter so. Und keine Sorge. Soziale Kontakte werdet ihr auf eurer Tour noch reichlich bekommen. Solange ihr die Wurzeln zuhaus nicht vergesst, ist alles gut 😉
    Viel Spaß weiterhin

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